Die Party unten wurde mir etwas zu viel. Auch wenn es schon mehrere
Monate her ist, das ich zum Vampir wurde, kann ich mich immer noch nicht ganz
zurück halten. Ich verschwand in meinem Zimmer und schloss ab. Dass meine
Freundin ein Mensch war erleichterte die Sache nicht grade. Mit jedem Tag
fühlte ich mich komischer, so als ob mich irgendeine Kraft in schwarzes kaltes
Wasser ziehen würde, wo ich mich immer mehr verlor. Ich verlor mich, bzw. meine Kontrolle über das noch etwas
Menschliche und gute in mir, mehr und mehr. Und ich wusste dass ich bei dem
Kampf gegen das Blut nicht gewinnen kann. Ich brauchte es genau so sehr wie die
Menschen die Luft zu atmen. Ich ging zu meinem kleinen Kühlschrank und hohlte mir eine der
Blutpackungen raus, die mir Chris gestern mitgebracht hatte. Mit meinen Zähnen riss ich sie kinderleicht auf und trank sie in wenigen Sekunden aus. Es
löschte nicht den kompletten Durst, aber wenigstens so dass ich runter gehen
konnte. Als ich schloss ich meine Tür wieder aufschloss und auf den Flur gehen wollte, ging ein Junge an mir vorbei, der sich den Mund hielt. Blut lief sein Kinn herunter und einige der Tropfen hatten ihren Platz auf seinem Shirt gefunden. Er beachtete mich nicht und ging anscheinend Richtung
Badezimmer. Der Duft des frischen Blutes machte mich wahnsinnig und ich versuchte meine Gedanken auf etwas anderes zu richten. Als er den Rücken komplett zu mir gedreht hatte konnte ich nicht anders und der Instinkt gewann. Ich packte ihn, hielt ihm den Mund zu und zog ihn in mein Zimmer. Meine Zähne gruben sich ohne ein Funken Gnade in seinen Hals, wo mir sein Blut förmlich in den Mund spritze. Das Blut war anders als das aus den Beuteln.
Warm, voller Leben. Ich merkte wie mich etwas weiter in das dunkle Wasser zog, was meine Seele darstellte. Wie ich wieder ein Teil von mir verlor und zu dem wurde, was mir Clay gesagt hatte. Als ich das
wirklich realisierte, lies ich den Jungen los, der ohne jegliches Leben in sich zu Boden fiel. Ich
hatte das getan was ich auf keinen Fall wieder tun wollte. Es gab aber noch ein größeres Problem als das, dass ich den Jungen getötet hatte. Es war mir egal. Mich sollten Schuldgefühle plagen, aber das taten sie nicht. War ich schon so weit? So weit das ich Menschen ohne Reue Gefühl ermorden konnte? Ich versuchte an Kathy zudenken um mich so wieder an die Menschlichen Dinge zu erinnern. Meine Gedanken veränderten sich und ohne es erst zu registrieren, dachte daran wie ich sie demütige, sie fessle und ihr Schmerzen zufügte bis sie mich mit schmerzverzerrter Stimme anflehte aufzuhören. Erst als meine Zähne sich in ihren Hals verbissen, kam ich zu mir und packte mir aus Reflex an den Kopf. So geht das nicht weiter. Ich muss hier weg, noch bevor ich meinen Freunden und besonders Kathy weh tu. Ich griff nach meinem Handy und wählte die Nummer von Clay. Nach dem dritten Klingeln, nahm er ab. Ohne ihm eine Chance geben zu können etwas zu sagen, legte ich schon los. "Ich habe mich umentscheiden. Ich komme zu euch." An der anderen Leitung hörte ich ein triumphierendes lachen. "Das freut uns Nikolai. Beeil dich, vielleicht lassen wir dir einen Menschen übrig."